April 2019
Sie fliegt wieder!
Gute Neuigkeiten aus Norddeutschland; am Karfreitag 2019 war es endlich soweit und die Minimoa D-8064 konnte nach vollendeter Grundüberholung von Rumpf und Leitwerk wieder abheben.
Unsere fünfköpfige Eignergemeinschaft hatte in den vorhergehenden eineinhalb Jahren den Rumpf, das Seitenruder und das Höhenleitwerk von Unmengen von Spachtel befreit. Außerdem waren einige Holzreparaturen, besonders am Hauptspant und im Spornbereich notwendig. Die Steuerung hatte einiges an Spiel, was beseitigt werden konnte, die Pedalerie war stark überholungsbedürftig, die Achse wurde erneuert und an den Pedalen selbst einiges geschweißt. Der feste Teil der Haube wurde erneuert, da er etliche Spannungsrisse aufwies. Steuerseile wurden ersetzt, zahlreiche Beschläge gesandstrahlt, teils repariert oder neu gebaut. Eine neue Kufe samt neuer Gummidämpfer wurde gebaut, das Rad neu bereift. Das Höhenleitwerk erhielt auf einer Seite eine neue Nasenbeplankung, am Seitenruder wurden einige Sperrholzteile ersetzt und natürlich wurden die Ruder neu bespannt.
Im Cockpit gab es ein neues Instrumentenbrett und einige Verkleidungen, welche vorher aus sehr massivem Buchensperrholz mit dickem Wurzelholzfurnier gebaut waren, wurden durch zeichnungskonformes Birkensperrholz ersetzt. Außerdem wurde die alte schwere Dittelbox durch einen neuen leichten LiFePo-Akku ersetzt.
Anschließend wurde unser Schätzchen bei Hartmut Sammet lackiert und nachdem wir dann wieder alles zusammengebaut hatten, kam der große spannende Moment: die Wägung…
Alles in allem hat das Flugzeug bei dieser Abmagerungs- und Verjüngungskur satte 23 kg verloren, was in etwa einem guten Fünftel des Rumpfgewichtes entspricht. Das war mehr, als wir zu hoffen gewagt hatten. Mit eingerechnet sind hierbei auch die 5 kg Blei, welche nach der ganzen Schleiforgie am Rumpf aus der Flugzeugnase entfernt werden konnten. Unser alter Freund und Werkstattleiter unseres Vereins hatte vor Beginn der Arbeiten 10,-€ für jedes eingesparte Kilo versprochen. Es wurde teurer als gedacht…
Nun sieht sie auch wieder wie ein 80jähriges Holzflugzeug aus, mit allen Beulen und Dellen, die da so dazugehören.
Und nachdem unser Prüfer Ende März das endgültige OK gegeben hatte, stand dem erneuten Erstflug fast nix mehr im Wege. Außer vielleicht das Wetter. Oder ein unklares Schleppflugzeug. Oder noch fehlende Routine weil die Saison erst anfängt. Oder ein passender Platz. Ach ja, und Zeit haben muss man ja auch noch…
Aber Karfreitag war es dann soweit. Ganz passend eigentlich, da wir unsere allerersten Minimoastarts auch an einem Karfreitag, zwei Jahre vorher, gemacht hatten.
So wurde die Minimoa also vom Falken in Stade wieder in ihr Element gezogen und sie hat sich sichtlich gefreut, nun ohne den ganzen unnötigen Ballast fliegen zu dürfen. Strahlende Gesichter und die Nachfrage des Flugleiters über Funk, was dieses wunderschöne Flugzeug denn für ein Muster sei waren nur ein paar Beweise, dass wir die ganze Arbeit zu einem sehr guten Zweck getan haben.
Die Flächen sind irgendwann auch mal dran, aber nun wollen wir doch erst mal wieder Fliegen.
Wunderbar war die Erfahrung, wie viel Hilfe und Unterstützung wir bei dieser Aufgabe bekamen. Da wurde Sperrholz verschenkt, Holz zugesägt, Nietwerkzeug verliehen, Erfahrungen geteilt… Wir bekamen immer irgendwo eine hilfreiche Antwort, wenn wir mal nicht so richtig weiter wussten. Und sehr viel Zuspruch.